Im Rückblick

Heute sind es genau 150 Tage, dass ich mit dem MBA-Studium angefangen habe.

Der erste Kurs war freiwillig. Einführung in die Praxis des Rechnungswesens. Von Rechnungswesen hatte ich Null-Ahnung. Obwohl das Wetter bombastig war. Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein. Aber ich hatte mich schließlich für das Studium entschieden. Also ging ich hin.

Dass der trockene Stoff so viel Spaß machen konnte, hätte ich nicht für möglich gehalten. Herrn Brosius bin ich sehr dankbar.

Die nachkommenden Veranstaltungen waren auch sehr locker. Zwischendurch Pizza essen mit dem Geschäftsführer von Bertha-BSC, Nette Treffen mit Sekt und Chips. Es machte mir den Einstieg sehr leicht.

Was mir zu Beginn etwas Unbehagen bereitete war, eine der Ältesten zu sein. Nach dem 40. Geburtstag vermehrt sich diese Empfindung. Nach dem Studium hatte ich in einem Büro gearbeitet, wo ich natürlich das Kücken war. Bei jedem Jobwechsel verjüngerte sich der Kollegenkreis.

Wenn ich um mich herum die I-phone-Generation beobachtete, fühlte ich mich etwas antiquiert. Ich sperre mich nicht gegen den Fortschritt, aber der Nutzen muss übermächtig sein, bevor ich in so etwas investiere. Der Marketing-Kurs von Dr. Zumholz mit der Diffusionskurve zwischen Innovatoren und Nachzüglern war von daher gesehen lustig. Mein erstes Handy hatte ich erst gekauft, als ich schwanger war. Damals war es eher eine private Telefonzelle im Notfall als ein Kommunikationsmittel. Die Tarife gaben nicht gerade Lust auf lange Gespräche.

Vieles kommt auch aus dem beruflichen Umfeld. Aber da ich für eine sehr „schwäbische“ und ultra-konservative Firma arbeite, sind die Trendsetter noch lange nicht in Sicht. Solange Office 2003 verwendet wird, muss der Rest auch noch 10 Jahre warten.

Nun war diese Unzufriedenheit schließlich meine Motivation für das Studium. Meine Karriere vorantreiben, einen besseren Job bekommen, mehr Verantwortung, mehr Mitbestimmung. Vielleicht sogar selbständig sein? Mal sehen.

Auf jeden Fall habe ich keine Sekunde meine Entscheidung bereut. Im Gegenteil, die Realität hat meine Erwartungen überholt. Ich habe so viele neue Inputs von den Kommilitonen und den Referenten erhalten. Ich freue mich auf den nächsten Kurs.

Sandrine

Zum Einstieg: Kantonsrecht

Obwohl es eigentlich kurz bevor stand, schien das Studium immer noch ganz schön weit weg zu sein. Jetzt sind es nur noch ein paar Tage bis zum Vorkurs Buchführung und ich freue mich bereits darauf, wieder den Kopf aufzumachen - und darauf, meine neuen Kommilitonen kennenzulernen.

Im Vorfeld habe ich mir ganz strebermäßig (bei meinem Erststudium Politikwissenschaft wäre ich dafür verlacht worden) den 800-Seiten-Schinken “Managementorientierte Betriebswirtschaftslehre” von J.P. Thommen zu Gemüte geführt. Eine sehr gute Einführung, wie ich fand - ziemlich nüchtern geschrieben, deswegen habe ich versucht, wenigstens beim Lesen nicht komplett nüchtern zu sein.

Einziger Wermutstropfen war, dass ich mir das Buch gebraucht bestellt - und dann die Schweizer Ausgabe bekommen habe. Mit Schweizer Aktienrecht und Aufbau der Kantonsverwaltung kenne ich mich jetzt also bestens aus, mal sehen wann dieses Wissen zur Anwendung kommt. In unserer Firma haben wir in der letzten Woche den Dokumentarfilm “Work hard, play hard” fertig gestellt, den ich mir am Wochenende angesehen habe - und der eine perfekte emotionale Einstimmung auf bestimmte Aspekte des Studiums dargestellt hat. Es geht in dem Film um moderne Konzepte der Umsetzung von Unternehmensphilosophie in Architektur (Beispiel: Unilever-Haus Hamburg) und auf die Optimierung der Human Resources durch Potentialanalysen und Managementtrainings. In der Inszenierung des Films schimmert eine “schöne neue Welt” durch, in der verhaltenswissenschaftliche Erkenntnisse genutzt werden, um Mitarbeiter perfekt auf die Unternehmung anzupassen.

Eigentlich möchte ich im MBA-Studium lernen, wie genau das möglich ist. Andererseits habe ich auch ein bisschen Angst davor, solche Kenntnisse rein zum Zweck der Profitmaximierung anzuwenden, das ist vielleicht der Politikwissenschaftler in mir. Vielleicht mache ich mit meinem neu erworbenen Wissen einfach eine kleine Käserei in der Schweiz auf.


Tobias (Entrepreneurship)

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